Zitiertes

Abendländisches Sinthome | Theoretische Stepppunkte

Oktober 1, 2014 at 7:13pm
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Nase darauf immer komplett zugeschwollen. Wenigstens keine wirre Aufgedrehtheit, Krampfgefahr und kein SNRI-Absetzsyndrom wie bei Tramadol.

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September 28, 2014 at 3:52pm
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Der Exekutivbeamte arbeite in seinem Berufe ohne Lust am Wehe, das er seinen Mitmenschen zufügen muß; er fühle jederzeit, daß auch der verworfenste Verbrecher immer noch sein, wenn auch für dieses Leben vielleicht verlorener Bruder ist, der durch geborene oder vererbte Veranlagung, durch Erziehung, Schicksal und Gelegenheiten des täglichen Lebens in Schuld geriet.

— Erich Wulffen, Handbuch für den exekutiven Polizei- und Kriminalbeamten, für Geschworene und Schöffen, sowie für Strafanstaltsbeamte, 2 Bände. Lehmann, Dresden 1905.

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September 24, 2014 at 1:13am
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Es ist kindisch zu behaupten, man habe die klassische Metaphysik abgeschafft, solange man die Logik, die aus dieser Metaphysik entsprungen ist, immer noch als das Organon der eigenen Rationalität benutzt. Beharrt man bei der klassischen Logik, bleiben eben die Fragestellungen der alten Metaphysik bestehen, so sehr einem auch die bisher gegebenen Antworten missfallen. Das ist das gegenwärtige Verhältnis zwischen Idealismus und Materialismus: jede Seite hält die Antworten, die der Gegner auf die Rätselfragen der Philosophie gibt, für falsch; aber keiner Seite fällt es in ihrer Selbstgerechtigkeit ein, sich Rechenschaft darüber zu geben, ob nicht vielleicht, die ganze Fragestellung, aus der die Unversöhnlichkeit der Antworten entspringt, längst überholt ist.

— Gotthard Günther, Selbstdarstellung im Spiegel Amerikas, in: L. J. Pongratz (Hg.): Philosophie in Selbstdarstellungen II., Meiner, 1975, S. 51

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September 22, 2014 at 5:59pm
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5:55pm
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Das neue Gefüge von Wissenschaft und Industrie hat den Namen des Fortschritts angenommen, und dieser setzte sich dem Konservatismus der Kleriker und der Verfechter des Ancien Régime entgegen. Indes entfaltete sich der Progressismus in zwei entgegengesetzte Richtungen. Er war einerseits das Projekt der Bourgeoisie, das heißt der Kräfte des transformatorischen Kapitals, und stellte andererseits das Emanzipationsprojekt der Arbeitskräfte gegen diesselbe Bourgeoisie dar. Anders gesagt beruhte der Fortschritt niemals auf einer einzigen und einheitlichen Doktrin, sondern war stets Gegenstand von Konflikten um die Deutung des Sinns von Wissenschaft, Technik und Gesellschaft in ihren wechselseitigen Verflechtungen - und vor allem in ihren Verflechtungen über die zur Großindustrie gewordene Wirtschaft.

— Bernard Stiegler, Allgemeine Organologie und positive Pharmakologie (Theorie und ‘praxis’), in: Erich Hörl (Hg.), Die technologische Bedingung. Beiträge zur Beschreibung der technischen Welt, Suhrkamp, 2011, S. 124.

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September 21, 2014 at 12:54am
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September 19, 2014 at 8:53pm
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Asexuell

Bezeichnend, dass ein Weltwoche-Artikel den Blick auf essenzielle Dinge richtet, die im großen Diskurs scheinbar verloren gegangen sind oder schon immer verloren waren:

”[…] Die Frauen sind die unbestechliche Jury, vor welcher der Mann das Drama seiner Existenz aufführt. Seine Handlungen und seine Unterlassungen bleiben darauf abgezirkelt, die grösstmögliche Zustimmung einer grösstmöglichen Zahl von Frauen zu finden. Ohne dieses streng richtende Publikum fiele es dem Mann schwer, am Morgen aufzustehen. Zu kreativen Leistungen wäre er schon gar nicht in der Lage. Gäbe es die Frauen nicht, es gäbe weder Weltreiche noch kulturelle Meisterwerke. Ohne die Möglichkeit, die Frauen zu beeindrucken, wäre der Mann nie aus der Ur-Höhle gekrochen, in die er von Gott geworfen wurde.

Zwischen den Geschlechtern kann es nie Übereinstimmung und schon gar keine Harmonie geben. Das Missverständnis ist der Dauerzustand, der das Zusammenleben von Mann und Frau erst interessant und sinnvoll macht. Die Frau ist für den Mann das eigene Rätsel in Gestalt. Sie ist die ihm gestellte Aufgabe, die er niemals löst. Auf dem Weg seines Scheiterns, die Frau zu verstehen, erkennt er immerhin sich selbst. Diesen Prozess fortschreitender Erkenntnis, die nicht an ihr Ende kommt, aber eine Verfeinerung der Sitten bringt, nennen wir Zivilisation.

Genauso wenig, wie es im christlichen Sinn Erlösung auf Erden geben kann, gibt es harmonische Beziehungen zwischen Mann und Frau. […] Der Feminismus war das nicht minder ehrgeizige Bestreben, den dialektischen Kampf der Geschlechter durch Nivellierung aufzuheben. Erlösung durch Gleichschaltung auch hier: Aus Mann mach Frau, aus Frau mach Mann. […]

[…] Wer zum Beispiel Frauen gewaltsam in männliche Führungspositionen schieben will mit Quoten und Zwang, bleibt einem historisch widerlegten Weltbild verhaftet, das keine Unterschiede akzeptiert. Frauen und Männer aber sind nicht gleich. Sie leben und denken anders, sie handeln unterschiedlich und verfolgen andere Strategien, ihre Ziele zu erreichen oder sich im Leben zu verwirklichen. Der Versuch, die Differenzen einzuebnen, ist anstrengend, teuer und letztlich sinnlos. Männer und Frauen sind interessant, weil sie so verschieden sind.

Der Mensch muss die Entfremdung aushalten, in die ihn die Moderne katapultiert hat. Es gibt keine irdische Erlösung und auch keine Harmonie zwischen den Geschlechtern, aber es gibt produktive Spannungen, die uns fordernd klüger und lebendiger machen. […]”

— Roger Köppel, Die Weltwoche, Ausgabe 40/2013, Editorial: Frau und Mann.

Frau und Mann, über sie spricht man heutzutage wie über zwei entsexualisierte, ihrer Geschlechtlichkeit beraubte Rechtssubjekte. Die Frau hat es im Zuge des Feminismus vom biologicum zum abstractum geschafft.

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August 31, 2014 at 6:30pm
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Die Sorge um die Technik

Erich Hörl über die technologische Sinnverschiebung und ihre Folgen für die Subjektivität:

"Die kybernetische Subjektivität, die nur noch ökologisch als Integration verschiedener psychischer, kollektiver und technisch-medialer Subjektivierungsmilieus zu beschreiben ist, folgt auf die lang dauernde skriptuale Subjektivität der Epoche der Schrift. Auf den überkommenen subjektiven Transzendentalismus des Schriftzeitalters folgt die transzendentale Technizität einer ökotechnologische Prozesskultur, die bereits unsere heutige Erfahrung grundiert. Sie ist jedenfalls der Fluchtpunkt der bereits von Guattari eingeräumten ‘erstaunlichen Ausbreitung einer computergestützten Subjektivität’, mit der sich schließlich — im Verbund von Informationstechnologien und kognitiven Kapitalismus — ein technologisches Modell von Subjektivierung und auch des Unbewussten durchsetzt. Das Unbewusste kann, das war schon Guattaris Pointierung der sinngeschichtlichen Transformation, nur noch jenseits des überkommenen, der Schriftkultur entstammenden psychoanalytischen Rahmens und nicht länger als eine Sache intrapsychischer Wesen und in Begriffen des linguistischen Signifikanten gedacht werden, vielmehr als Gefüge verschiedenster semiotischer und pragmatischer Dimensionen, die aus den unterschiedlichsten existenziellen, medientechnisch durchdrungenen Territorien stammen."

— Erich Hörl, Die technologische Bedingung. Zur Einführung, in: Erich Hörl (Hg.), Die technologische Bedingung. Beiträge zur Beschreibung der technischen Welt, Suhrkamp, 2011, S. 33.

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August 19, 2014 at 5:24pm
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"Eben aus diesem Grund verkündet die bekannteste mystische Version über die Schöpfung, die des tsim-tsum der lurianischen Kabbala, daß das ‘Nichts’ der Schöpfung jenes ist, das sich in Gott öffnet, wenn dieser sich im Akt des Schöpfens in sich (und schließlich von sich) zurückzieht. Gott vernichtet sich als ‘sich’ oder als getrenntes Sein, um sich in seinen Akt ‘zurückzuziehen’ — der die Öffnung der Welt macht.”
— Jean-Luc Nancy, Die Erschaffung der Welt oder Die Globalisierung, diaphanes, 2002, S. 81.

"Eben aus diesem Grund verkündet die bekannteste mystische Version über die Schöpfung, die des tsim-tsum der lurianischen Kabbala, daß das ‘Nichts’ der Schöpfung jenes ist, das sich in Gott öffnet, wenn dieser sich im Akt des Schöpfens in sich (und schließlich von sich) zurückzieht. Gott vernichtet sich als ‘sich’ oder als getrenntes Sein, um sich in seinen Akt ‘zurückzuziehen’ — der die Öffnung der Welt macht.”

— Jean-Luc Nancy, Die Erschaffung der Welt oder Die Globalisierung, diaphanes, 2002, S. 81.

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August 17, 2014 at 12:33am
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"Nicht wie die Welt ist, ist das Mystische, sondern daß sie ist.”
— Ludwig Wittgenstein, Tractatus logico-philosophicus, Werkausgabe, Bd. 1, Suhrkamp, 1989, 6.44.

"Nicht wie die Welt ist, ist das Mystische, sondern daß sie ist.”

— Ludwig Wittgenstein, Tractatus logico-philosophicus, Werkausgabe, Bd. 1, Suhrkamp, 1989, 6.44.

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